Westpommern: Perlen der Backsteingotik

Backsteingotik in Polen

Folgen Sie die Europäische Route der Backsteingotik in Westpolen. Besonders schön sind die Perlen der Backsteingotik in den mittelalterlichen Städten Westpommerns.

Moryń: mittelalterliche Stadtmauer und Geopark

In Moryń (Mohrin), blieb der mittelalterliche Stadtgrundriss weitgehend erhalten. Das Herz der Stadt ist der Marktplatz, umgeben von historischen Bürgerhäusern. Mitten auf dem Marktplatz befindet sich den Brunnen mit einem riesigen Krebs, der sich auf die lokale Sage über den mutigen jungen Mann namens Rak (Krebs) bezieht. Rak hat die Bevölkerung Moryńs während der Belagerung durch die Brandenburger vor dem Hungertod gerettet. Die imposante Stadtmauer aus Stein und die romanische Kirche zum Heiligen Geist aus dem 13. Jh. mit massivem Turm sind die Wahrzeichen der Stadt.

In 2012 wurde in Moryń die Allee der Stars des Pleistozäns im Geopark geöffnet. Sehen Sie lebensgroßen Säugetiere aus der Eiszeit, wie z. B. eine Höhlenlöwe, ein Wollnashorn und ein Mammut. In einem Steingarten können Sie 40-50 Findlingen, die aus den Moränen gesammelt wurden, bewundern.

Chojna: Route der Backsteingotik

Die im 13. Jh. gegründete Stadt Chojna (Königsberg in der Neumark) befindet sich auf der Europäischen Route der Backsteingotik. Die Marienkirche ist eine der größten und schönsten Kirchen im Backsteingotik in Pommern. Der hohe Turm der Kirche (102 m) wurde während des Zweiten Weltkrieges zerstört und in 1989 wieder aufgebaut. Von der ursprünglichen Ausstattung der Kirche sind das gotische Taufbecken und ein paar Fresken erhalten. Andere gotischen Sehenswürdigkeiten der Stadt sind die Dreifaltigkeitskirche, mit u. a. eine Wandmalerei, die Szenen aus dem Leben des heiligen Franz von Assisi darstellt, das historische Rathaus – der heutige Sitz der öffentlichen Bibliothek und das Kulturzentrums sowie die Ruinen der gotischen Gertrudenkapelle vom Anfang des 15. Jh. Die Überreste der Befestigungsanlagen der mittelalterlichen Burg sind gut erhaltene Stadttore: das Barnkowska Tor und das Świecka Tor als auch Tortürmen: der Bäckerturm, der Gefängnisturm sowie der Storchturm.

Myślibórz: neues Leben der Gotik

Mit einem Besuch in Myślibórz (Soldin), mit Stadtrechten aus dem 13. Jh.,  können wir unsere Kenntnisse des gotischen Stils vertiefen. Einen Spaziergang zum Thema Kunstgeschichte in Westpommern sollte man mit einem Besuch in der monumentalen Stiftskirche des hl. Johannes der Täufer aus dem 13. Jh. mit einem alten Altar im Barockstil und mit einer Kanzel aus dem 17. Jh. ergänzen. Die kleine Jerusalem-Kapelle ist das einzige Andenken an dem früheren Kreuzweg. Andere gotische Sehenswürdigkeiten wurden mit neuen Funktionen ausgebaut – der ehemalige Dominikanerkomplex dient als Sitz des städtischen Kulturzentrums, in der Heiliggeistkapelle (14. Jh.) funktioniert heute das Museum der Soldiner Seenplatte, in der Gertraudenkapelle (15. Jh.) dagegen befindet sich das Zentrum für Künstlerische Erziehung.  Es gibt außerdem noch Überreste der Stein- und Ziegelmauern mit zwei Stadttoren – das Pyrzycka Tor und das Nowogródzka Tor sowie Türmen – der Pulverturm und der Schalenturm.

Stargard: Perle der Gotik

Die Krönung der Europäischen Route der Backsteingotik in Polen ist Stargard (Stargard in pommern), eine Stadt mit der größten Sättigung an Sehenswürdigkeiten in West- und Mittelpommern. Schon aus der Ferne sieht man die vielen Kirchentürme. Stargard (12. Jh.) gehörte in der Vergangenheit zur Hanse. Die historische Stadt ist umringt von Grünanlagen (3 km), Stadtmauern (1 km) mit Warttürmen, Türmen, Toren, Bastionen und Basteien. Stargard ist – neben u. a. Kożuchów (Freystadt), Chełmno (Kulm) oder Paczków (Patschkau) – eine der Städten in Polen mit den längsten erhaltenen Stadtmauern in Polen. Besonders schön ist das Mühlentor über den Fluss. Der Turm der gotischen Johanniskirche ist einer der höchsten Türmen in Polen (99 m). Auf dem Marktplatz befindet sich das Rathaus aus dem 13. Jh. Die wertvollste Sehenswürdigkeit des Marktplatzes ist jedoch die monumentale Marienstiftskirche. Wenn man ein Kunstkenner ist, wird man auch die Schönheit des gotischen Bürgerhauses (das sog. Haus zum Protzen), des Waffenlagers, des Białogórska Turms, des Walltors und Mühlentors sowie des Speichers schätzen.

 


Bild: Bill Tyne | Title: “Gothic grey sky” | License: CC BY-SA 2.0


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